Orangenbäume und Nostalgie

Die Sonne scheint auf die alten Ziegel der Stadt. Beruhigende Klaviermusik spielt leise im Hintergrund und lässt das geschäftige Treiben um mich herum fast unwirklich wirken.

Es ist ein warmer Sommertag. Die Menschen tragen bunte, luftige Kleidung und ein strahlendes Lächeln auf den Lippen, während sie durch die engen Gassen und über den belebten Marktplatz schlendern.
Ich nehme einen letzten Schluck meiner heißen Schokolade, bevor ich mich ihnen anschließe. Ich überquere den Marktplatz mit der hübschen Kirche und den Orangenbäumen, deren leuchtende Farbe meinen Blick immer wieder anzieht. Mein Ziel ist das unscheinbare Gässchen gegenüber der Kirche. Obwohl es so schmal ist, herrscht dort ein stetiges Kommen und Gehen. Ich folge ihnen neugierig.

Als ich um die Ecke biege, entdecke ich winzige Lädchen voller handgefertigter Arbeiten, liebevoller Details und kleiner Kunststücke, die wie geschaffen für Souvenirs sind. Entzückt stoppe ich an jedem der Läden und komme mir vor wie in einer anderen Welt. Am Ende der Gasse laufe ich bergauf – mein Ziel ist die Haltestelle einer historischen Eisenbahn, die mich mit Nostalgie-Feeling zurück in die Stadt bringt. Als die Bahn lostuckert und grüne Landschaften mit blühenden Obstbäumen an mir vorbeiziehen, spüre ich, wie meine Reise zu Ende geht. In wenigen Minuten werde ich wieder in einer lauten, grauen Stadt sein. Und in wenigen Stunden wieder in der Heimat. Aber jetzt in diesem Moment möchte ich noch hier sein. Und diesen Moment mit allem, was er bietet, genießen.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert